Pilotraum Gersprenz-Einzugsgebiet
Handlungskonzept für das Gersprenzeinzugsgebiet:
Am 18. Januar 2011 wurde das Handlungskonzept zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels für das Gersprenz-Einzugsgebiet im Namen aller beteiligter Kommunen und Akteure an den Kreisbeigeordneten des Landkreises Darmstadt-Dieburg Christel Fleischmann übergeben.
Inhalt Handlungskonzept:
Vorwort
1. Einführung
2. Die Gersprenz und ihr Einzugsgebiet
3. Auswirkungen des Klimawandels in Südhessen und im Gersprenz-Einzugsgebiet
( Kapitel 1-3 8 MB)
4. Die Verwundbarkeiten im Gersprenz-Einzugsgebiet
(Kapitel 4 ohne Karten 6 MB)
5. Handlungsfelder im Gersprenz-Einzugsgebiet: Ziele und Maßnahmen
6. Fazit und Ausblick
(Kapitel 5 und 6 2 MB)
Anhang:
Klimaanpassung im Baurecht
Kommunale Steckbriefe
(Anhang mit Steckbriefen 2 MB)
Karten zum Handlungskonzept
- Risikokarte
- Hochwasser
- Starkregen im Siedlungsbereich
- Bodenerosion durch Starkregen im Außenbereich
- Hitzebelastung
- Trockenheit
- Grundwasserschwankungen
- Sturm und Starkwindböen
Der Pilotraum Gersprenzeinzugsgebiet
Der Pilotraum Gersprenzeinzugsgebiet ist als Gewinner aus dem Wettbewerb „Angepasst im Klimawandel“ hervorgegangen, den KLARA-Net in der zweiten Jahreshälfte 2008 durchgeführt hat. Mit Unterstützung des KLARA-Net-Teams wurde ein Handlungskonzept „Anpassung an den Klimawandel“ erarbeitet.
Akteursbündnis
Das Akteursbündnis hat sich im Rahmen des Wettbewerbs selbst konstituiert. Es besteht grundsätzlich aus:
- Landkreis Darmstadt Dieburg,
- Wasserverband Gersprenzgebiet,
- Lokale Aktionsgruppe im Standortmarketing Darmstadt-Dieburg e.V.,
- Gemeinde Roßdorf,
- Stadt Babenhausen.
Direkt zu Beginn der Pilotraumarbeit konnte das Akteursbündnis auf das gesamte Einzugsgebiet der Gersprenz ausgeweitet werden, so dass nun alle 21 Kommunen, sowie Vertreter des Naturschutzes, der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft, Vertreter des Regierungspräsidiums Darmstadt, des Amtes für ländlichen Raum im Odenwaldkreis und der Feuerwehr des Landkreises Darmstadt-Dieburg zum Kreis des Akteursbündnisses zählen.
Naturraum
Die Gersprenz fließt durch drei naturräumliche Haupteinheiten: Die Quellbereiche liegen im kristallinen Odenwald. Bei Höhenlagen bis über 500 m erreichen die Niederschläge hier über 1000 mm/Jahr.
Im Mittellauf fließt die Gersprenz durch das sanft gewellte Reinheimer Hügelland. Das fruchtbare Lößhügelland liegt in Höhen zwischen 140 und 280 m und wird nahezu vollständig landwirtschaftlich genutzt. Die klimatisch „bevorzugte“ Lage ermöglicht den Anbau von Wein. Die Niederschläge erreichen kaum über 700 mm/Jahr.
Der Unterlauf liegt vollständig im Bereich der sandigen Untermainebene in Höhen zwischen 115 und 150 m. Im Mittel beträgt der Niederschlag hier nur ca. 650 mm/Jahr.
Gersprenz von der Quelle bis zur Mündung
Verwundbarkeiten
Aufgrund naturräumlicher und siedlungsstruktureller Gegebenheiten bestehen im Gersprenzeinzugsgebiet zahlreiche Verwundbarkeiten gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels, die zu Beginn der Pilotraumarbeit in einer Verwundbarkeitsanalyse herausgearbeitet wurden:
- Der extrem schnelle Hochwasserscheitel der Gersprenz bietet kaum Reaktionszeit.
- Aufgrund der unterschiedlichen Niederschlagsmengen ist die Region potenziell sowohl von Hoch- als auch Niedrigwasser betroffen.
- Die vielfältigen landwirtschaftlichen Nutzungen (z.B. Fein-Gemüse, Obst, Beeren, Wein) sind durch Klimawirkungen wie Hochwasser, Bodenerosion oder Trockenheit gefährdet.
- Risiken und Nutzungskonflikte bestehen u.a. in den Bereichen Landwirtschaft, Tourismus und Erholung und sind beeinflusst durch die Nähe zum Ballungsraum.
- Extremereignisse wie Starkregen oder Stürme gefährden die Siedlungseinheiten.
Handlungsfelder
Aus der Analyse der Verwundbarkeiten, die in einer „Risikokarte“ für das Gersprenz-Einzugsgebiet dargestellt werden, haben sich folgende Handlungsfelder ergeben, die in den jeweiligen thematischen Sitzungen abgearbeitet werden. Dabei werden zu jedem Handlungsfeld gemeinsam mit externen Referenten Ziele und Maßnahmen erarbeitet, die wesentlicher Bestandteil des Handlungskonzepts sein werden.
Folgende Handlungsfelder gibt es:
- Umgang mit Starkregen im Siedlungsbereich
- Umgang mit Hochwasser und Starkregen im Außenbereich
- Stadtgestaltung bei höheren Temperaturen und Trockenheit
- Trockenheit in der Landschaft
- Wald im Klimawandel
Für zwei der Handlungsfelder sind folgende Ziele und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel im Gersprenz-Einzugsgebiet entwickelt worden:
- Stadtgestaltung bei höheren Temperaturen und Trockenheit
- Umgang mit Starkregen im Siedlungsbereich
- Hochwasser und Starkregen im Außenbereich
- Wald im Klimawandel
- Trockenheit in der Landschaft
Darüber hinaus sollen für jede Kommune des Gersprenz-Einzugsgebiets spezifische Steckbriefe erarbeitet werden, die auf die konkrete Situation vor Ort eingehen.
Projekte
Drei Teilprojekte stehen im Fokus des Vorhabens. Zum einen ist dies der Erbsenbach, ein Zufluss der Gersprenz. Hier sollen in einer Detailstudie die Folgen des Klimawandels auf den Landschaftswasserhaushalt und die Landnutzung als Grundlage zur Entwicklung von praxisgerechten Handlungsvorschlägen zur Anpassung an den Klimawandel untersucht werden. Im Rahmen des Tourismuskonzepts „Wassererlebnisband Gersprenz“ sollen dort angedachte Einzelmaßnahmen auf ihre Klimatauglichkeit hin überprüft und ein Konzept zur Kommunikation von Auswirkungen des Klimawandels, das in das Wassererlebnisband integriert werden kann, entwickelt werden. Beim dritten Teilprojekt wird der Neubau einer Schule in der Stadt Babenhausen begleitet. Dabei werden Inputs zur Anpassung von öffentlichen Gebäuden an die Auswirkungen des Klimawandels gegeben.



